Warum nicht ein Bahnhof?
In den letzten Tagen sind immer wieder Artikel zu lesen, in denen das Unverständnis darüber geäussert wird, dass Stuttgart sich derart über einen simplen Bahnhof ereifert. Schließlich gäbe es doch weit dringlichere Probleme wie soziale Gerechtigkeit, Bildung, Integration, eine andere Gesellschaftsordnung usw. . Ja, die Kritiker mögen sogar damit recht haben, verstanden haben sie die Menschen in Stuttgart und den Protest damit aber nicht. Sicher ist die Umgestaltung eines urbanen Zentrums nicht wirklich vergleichbar mit der existentiell bedrohlichen Besteuerung von Tee in den britischen Kolonien, oder der Erhöhung des Preises von baguettes und der Steigerung von Arbeitsnormen aber wer sagt, dass Revolutionen erst nach einem verlorenen Weltkrieg stattfinden dürfen? Wobei aus Stuttgart keine Revolution zu erwarten ist aber durchaus eine Veränderung im politischen System, welches ja gerade im Ländle lange Zeit unveränderlich schien. Und wenn es nunmal ein Bahnhof ist, der diesen Wandel in den Köpfen schafft, dann warum nicht ein Bahnhof!
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